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Hier soll eine kleine Geschichte zu meinem zweiten Hobby entstehen -
Den Oldtimertraktoren
Begonnen hat alles mit dem Wunsch einen Traktor zu besitzen! Ich hatte Transportprobleme bei vielen meiner Aktivitäten, z.B. beim
- Ernten von Grünfutter
- Mähen
- Wegfahren von Mist
- Holen von Heu und Einstreu 
Natürlich musste es ein Oldtimer "Made in Germany" sein. Die Wahl viel auf einen Mc Cormick d324 Bj. 1959 aus Neuss am Rhein.

Traktoren aus Neuss am Rhein sind sehr robust gebaut. Das ist zwar toll, führt beim Kauf eines gebrauchten aber auch zu Problemen. Dieser Traktor startet auch mit defekter Zylinderkopfdichtung und verschlissener Kurbelwelle noch problemlos. Ohne Öffnen des Motors lässt sich keine sichere Aussage über den Zustand machen. Man kauft immer die Katze im Sack.
Schon beim ersten Ölwechsel zeigte sich bei meinem Traktor, dass sich Wasser im Ölkreislauf befand. Kurze Zeit später drückten die Abgase alles Kühlwasser aus dem Kühler. Ich entschloss mich, einen Landmaschinenmechaniker aufzusuchen, der der Sache auf den Grund gehen sollte. 
Das Ergebnis war eine defekte Kopfdichtung, die laut Landmaschinenmechaniker von einem verzogenen Zylinderkopf kam. Außerdem wurde ein zu geringer Öldruck festgestellt, was allerdings bei so alten Traktoren nichts Ungewöhnliches ist.
Da sich mittlerweile die ganze Familie in den kleinen Neusser verliebt hatte, habe ich mich für eine professionelle Reparatur entschieden.
Nach dieser zeigte sich schnell weitere kleinere Wehwehchen, z.B. Ölverlust am Mähwerk usw. – dann aber der Schock. Die Zylinderkopfdichtung war schon wieder defekt.
In der Zwischenzeit hatte ich mir das Werkstatthandbuch besorgt und nachgelesen, dass ein zu geringer Öldruck von verschlissenen Kurbelwellen-Lagern kommen kann.
Da ich selbst Mechaniker bin und viele Jahre Erfahrung bei der Instandsetzung und Inbetriebnahme von Maschinen gesammelt habe, entschloss ich mich, die anstehenden Reparaturen selbst auszuführen.
Es stellte sich schnell heraus, dass nicht der, mittlerweile plangeschliffenen Zylinderkopf das Problem war, sondern verschlissene Zylinderlaufbuchsen. Diese müssen, um der Zylinderkopfdichtung die Möglichkeit geben zu können abzudichten, leicht vom Motorblock überstehen.

Nach dem Entfernen der Zylinderbuchsen zeigte sich, dass der Motorblock Risse hatte. Nicht nur, wie bei fast alle Motoren dieser Baureihe, zwischen den Zylindern, sondern auch zum Stehbolzen hin. Das Projekt stand kurz vor dem Scheitern.
Da sich die Mc Cormick Dreizylinder D-Serie in den 50er und 60er Jahren sehr gut verkaufte, fand ich heraus, dass sich hier recht einfach ein guter gebrauchter Motorblock auftreiben ließe. Mehrere Experten waren aber der Meinung, dass dieser Motor auch mit einem Riss ganz gut funktionieren kann. 

Die Kurbelwelle erwies sich als schwierigere Baustelle. Diese war schon einmal nachgeschliffen worden und somit war ein einfaches Ersetzen der Lager nicht mehr möglich. Die Lager im Untermaß wären sehr teuer und wahrscheinlich schnell wieder defekt, da die Kurbelwelle an den Zapfen unrund geworden war.

Es blieb mir also nichts anderes übrig, als die Kurbelwelle zu demontieren. Dazu muss der Motor vom Rumpf getrennt und das sehr schwere Schwungrad samt Kupplung demontiert werden. 
Ich brauchte also etwas, mit dem ich den Motor "lupfen" konnte. 
Darf ich vorstellen - das ist Krani. ---->
Ich konnte eine Firma ausfindig machen, die sich auf das instandsetzen von Oldtimer- Motoren spezialisiert hat. Dort wurde meine Kurbelwelle samt Pleuel zu einen fairen Preis geschliffen und mit neuen Lagern ausgestattet.

In der Wartezeit reinigte ich alle ausgebauten Teile und entfernte die alten Dichtungen. Dies war ziemlich zeitintensiv.
Der Einbau der neuen Kolben nebst Zylinderbuchsen bereitete keine großen Probleme. Auch die überholte Kurbelwelle passte auf Anhieb. Der gesamte Zusammenbau verlief auch Dank der Hilfe meines ältesten Sohnes wie am Schnürchen. Der erste Start des Motors funktionierte und ich erwartete keine weiteren Probleme.
Doch es kam anders.
Wasser! Nachdem ich alles, was nach Dichtfläche aussah, penibel gereinigt und ausschließlich neue Dichtungen verwendet hatte, verhielt sich mein Traktor nach dem Befüllen des Kühlers wie ein Springbrunnen. Ein echtes Auslaufmodell. Eine undichte Stelle war zum Beispiel der Anschluss des Thermometerfühlers. Also habe Ich hier Teflonband verwendet und mit etwas Schmackes angezogen. Knacks. Schei... Anschlussring gebrochen. Der Ring ist, wie der gesamte Kühler aus Messing. Also war Weichlöten angesagt. Hierbei habe ich den wohl schon mehrere Male gelöteten Kühler noch mehr undichte Stellen zugefügt. Es ging also einen ganzen langen Tag nur darum, eine Stelle neu zu löten und somit dicht zu bekommen und schon war die nächste Stelle undicht. Gegen Abend war es dann geschafft. Alles war dicht. Das hat Nerven gekostet und mir mal wieder gezeigt, dass bei einem Oldtimer nichts mal eben so geht.
Mittlerweile funktioniert der Traktor wie er soll. Alle Wehwehchen sind beseitigt, jetzt geht es an die optischen Herausforderungen.
So der Kran hängt jetzt bei bedarf auch an der Dreipunktaufname. Seeehr praktisch.
 
 
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